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Aktuelle Artikel von Reiner Braun.

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Immobiliendarlehen: Widerrufsbelehrung erwägen

22. Oktober 2015Da Millionen Kredite mit Fehlern in der Widerrufsbelehrung versehen sind, nutzten bereits Zehntausende Bauherren den Umstand zur Flucht in günstigere Zinsen. Für alle anderen läuft die Uhr, denn der Gesetzgeber will die Lücke zeitnah schließen.

Bisher beispiellos in Deutschland

Weil seit November 2002 Millionen Baufinanzierungen Fehler in der Widerrufsbelehrung aufzeigen, haben Bauherren die einmalige Chance, die teure Altfinanzierung gegen eine neue mit wesentlich niedrigeren Zinsen einzutauschen. Das aktuelle Zinsniveau stellt die Einsparung von vierstelligen Eurobeträgen in Aussicht.

Am Anfang wagten nur wenige Bauherren den Schritt, da die Baufinanzierer den Ausstieg mit allen verfügbaren Mitteln erschweren. Mittlerweile ist vielen die Rechtslage klar: Wenn ein Baukredit formale Fehler enthält, kann der komplette Vertrag auch Jahre später für ungültig erklärt werden. Auf dieser Grundlage hat sich in den vergangenen drei Jahren eine bisher nicht da gewesene Widerrufswelle entwickelt. Zahllose Bauherren suchen nach Fehlern in der Widerrufsbelehrung und freuen sich auf die günstigeren Zinsen bei Neuverträgen.

Die Bundesregierung plant ein Ende

Ein Gesetzentwurf soll das alte unbefristete Widerrufsrecht zum 21. Juni des kommenden Jahres zum Erlöschen bringen. Betroffen sind Verbraucher mit Immobilienkrediten aus den Jahren 2002 bis 2010. Es geht dabei um Immobiliendarlehen im Wert von etwa 1.6 Billionen Euro. Die Verbraucherverbände erwarten, dass die Regierung dem ewigen Widerruf im Sommer 2016 ein Ende bereitet, in trockenen Tüchern ist die Gesetzesinitiative jedoch noch nicht.

Expertenbeistand und baldiges Handeln empfohlen

Da es bei der Widerrufsbelehrung um richtig viel Geld geht, sollten Bauherren ihre Verträge studieren und mithilfe unabhängiger Experten ihre Chancen feststellen. Zudem wird die Zeit knapp und wer bisher nichts unternommen hat, könnte aufgrund der komplexen Angelegenheit in Zeitnot geraten.

Die Chancen sind in den meisten Fällen recht gut, solange die Bank bei der Finanzierung eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung beziehungsweise eine unzureichende Musterbelehrung verwendet hat. Seit dem zweiten November steht das Widerrufsrecht auch Kreditnehmern mit Immobiliendarlehen zu. Häufig vorkommende Fehler sind beispielsweise unklarer Beginn der Widerrufsfrist, verwirrende Klauselformulierung oder fehlende vorgeschriebene Fettschrift. Bei diesen Fehlern läuft die normalerweise nur 14-tägige Widerrufsfrist nicht planmäßig an und ist auch keiner Verjährung ausgesetzt. Zumindest bis zum Juni 2016.

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