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In Deutschland keine Inflation

22. Oktober 2015Da es offiziellen Verlautbarungen zufolge in Deutschland keine Inflation gibt, müsste das Leben heute so günstig wie vor Jahresfrist sein. Dass in der Realität vieles teurer wird, vertuscht ein in die Berechnung der Teuerungsrate einbezogener Wert.

Verbraucher erleben eine andere Inflationswirklichkeit

Vor dem Wintereinbruch steigen die Preise für Obst und Gemüse ebenso wie die von saisonaler Mode. Gleichwohl bleibt das Statistische Bundesamt bei seiner Aussage: Nachdem die Teuerungsrate im September noch bei 0.2 Prozent lag, gibt es im Oktober keine messbare Inflation mehr.

Erinnerung an die Eurokrise

Zuletzt registrierten die Statistiker eine Teuerungsrate bei null im Herbst 2009. Damals fiel die Inflation sogar mehrmals in negativen Bereich und war auf konjunkturelle Schwierigkeiten zurückzuführen. Die 2009 in der krisengeschüttelten Währungsunion vorherrschende Angst vor einer Deflation hat sich aufgrund relativ robuster Wachstumszahlen bislang nicht bewahrheitet.

Der ausschlaggebende Grund für die fehlende Inflation

Dass es in der Bundesrepublik derzeit keine Teuerung gibt, verdanken die Verbraucher vor allem der Entwicklung der Energiepreise. Leichtes Heizöl ist in diesen Tagen für fast 30 Prozent weniger zu beziehen als noch vor einem Jahr. Autofahrer spüren die gesunkenen Energiepreise an der Tankrechnung, Benzin kostet in diesem Herbst 14 Prozent weniger als 2014.

Mieten und Energiepreise sind im Haushaltsbudget der Verbraucher Faktoren mit Gewicht, dementsprechend üben sie starken Einfluss auf die Berechnung der Inflation aus. Hätten die Statistiker die Energiepreise nicht in die Teuerungsrate einbezogen, wäre eine Inflationsrate von 1.1 Prozent verkündet worden.

Anziehende Preise und steigende Einkommen

Trotzt der amtlichen Null-Teuerung müssen Verbraucher bei Obst und Gemüse deutlich tiefer in die Tasche greifen als im letzten Herbst. Im Durchschnitt sind die Preise im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Die neue Herbstmode kostet etwa acht Prozent mehr als vor Jahresfrist, zudem haben viele Dienstleister ihre Preise angehoben.

Demgegenüber stehen bundesweite Lohn- und Gehaltserhöhungen von etwa 2.9 Prozent. Angesichts der niedrigen Lebenshaltungskosten und der offiziellen Null-Inflation bleibt den Verbrauchern mehr frei verfügbares Geld. Solange diese Summen tatsächlich für den Konsum verwendet werden, sehen die Ökonomen keine Deflationsgefahr.

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