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Aktuelle Artikel von Reiner Braun.

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Schulfach Wirtschaft

23. November 2015Die rot-grüne Landesregierung will das Pflichtschulfach Wirtschaft in Baden Württemberg einführen. Für Experten ist der Lehrplan allerdings zu wenig kritisch und gäbe daher dem Neoliberalismus eine erneute Chance. Der folgende Beitrag möchte die Entwicklung aus neutraler Perspektive wiedergeben.

Die Suche nach Antworten auf drängende Fragen

Die rot-grüne Landesregierung von Baden Württemberg greift das Schulfach Wirtschaft zur bildungspolitischen Profilierung auf. Hintergrund dazu sind die Stammwähler, die sich früher in sozialen Bewegungen mit den limitierten Sichtweiten der Ökonomie auseinandersetzten und sich mittlerweile mit der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter befassen. Eine zentrale Frage ist beispielsweise, wie sich ökonomisches Handeln mit den ökologischen Herausforderungen in Einklang bringen lässt. Weitere Punkte sind die Endlichkeit bestehender Ressourcen sowie die immer größer werdenden Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Der Lehrplan zum Schulfach Wirtschaft

Die Regierung in Baden Württemberg will das Schulfach Wirtschaft bereits im kommenden Jahr an allen Gymnasien einführen und legte den Lehrplan bei einer Anhörung im Landtag vor. Den Stammwählern wird die aktuelle Fassung wenig gefallen, da Wirtschaftsfragen nicht in soziale, ökologische und ethische Zusammenhänge eingebunden sind.

Stattdessen werden sie mit einem Schulfach konfrontiert, welches monodisziplinäre Ansätze zeigt und die Ökonomie in verengter Sichtweise darstellt. Beim Schulfach Wirtschaft wird die ökonomische Bildung vom Leitbild des ausschließlich wirtschaftlich denkenden Menschen geprägt und mit Modellierungen dieser Verhaltenslehre soll die soziale Welt erklärt werden.

Für die Kritiker ist dieser Ansatz gänzlich ungeeignet, weil der Allmacht wirtschaftswirtschaftlicher Erklärungsmodelle zunehmend Grenzen aufgezeigt werden. Neoliberaler Zeitgeist sei daher beim neuen Wirtschaftsschulfach fehl am Platz.

Irritierte Bildungsverbände

Da die im Vorfeld geführten Diskussionen ohne die führenden Bildungsverbände Baden Württembergs stattfanden, sind die Institutionen verunsichert. Sie bemängeln nicht nur ihren Ausschluss, sondern unterstellen dem Ministerium die einseitige Anhörung privater Stiftungen.

Dass kontroverse Sichtweisen beim Schulfach Wirtschaft nicht vorgesehen sind, dürfte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber besänftigen. Die BDA stört sich an jeglicher Kritik in Bezug auf Wirtschaft und insbesondere an Vorwürfen zum Lobbyismus. Gleichwohl soll jeder Unterricht kritisch denkende Schüler hervorbringen und dieser Ansatz darf auch vor der Wirtschaftslehre nicht haltmachen.

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