Blog

Aktuelle Artikel von Reiner Braun.

« Profi-Analysen fast immer Blödsinn

Veränderungen bei Einlagensicherung

19. Januar 2016Seit Jahresbeginn gelten bei der Einlagensicherung neue Regeln, welche derzeit von Banken und Sparkassen kommuniziert werden. Dabei tritt ein bislang unbekannter Begriff in den Vordergrund, der nicht wenige Bankkunden an der Sicherheit ihrer Einlagen zweifeln lässt.

Eine bei 100.000 Euro liegende Sicherungsobergrenze

Diese Wortkombination lesen Millionen Kunden in Briefen ihrer Hausbank. Die Post will vor allem über Justierungen bei der Einlagensicherung informieren und klärt bei Sparkassen und Volksbanken als Absender über hierzu notwendige Korrekturen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf. Die in den Briefen dargestellte Sicherungsobergrenze bei 100.000 Euro wirft Fragen bei den Empfängern um die Sicherheit ihrer Bankeinlagen auf.

Wer dieser Frage nachgeht, stellt drei Veränderungen beim Schutz von Spareinlagen fest, von denen lediglich eine in den Benachrichtigungen vermittelt wird:

- Bereits 2015 wurde bei privaten Banken die Haftungsgrenze des Einlagensicherungsfonds herabgesetzt.

- In den derzeit verschickten Briefen geht es um die Vereinheitlichung der europäischen Einlagensicherung.

- Der dritten angestrebten Veränderung widersetzt sich Deutschland und verhinderte bislang eine Entscheidung: Die Töpfe der Einlagensicherungssysteme Europas sollen zusammengeführt werden.

Unterschiedliche Systeme

Alle europäischen Staaten garantierten ihren Sparern auch vorher eine Einlagensicherung, die bis 100.000 Euro pro Person und Konto greift. Diese Garantien gewährten die Nationen bisher mit unterschiedlichen Systemen. Brüssel verlangt nun eine Vereinheitlichung und fordert zudem von Sparkassen und Banken, dass sie einen Finanzpuffer für eventuelle Entschädigungsleistungen anlegen. Volksbanken und Sparkassen garantierten sich gegenseitig schon immer Hilfe, sollte ein Institut in Schwierigkeiten kommen. Sie müssen jetzt die Entschädigungsleistungen bis zu 100.000 Euro als Rechtsanspruch formulieren und dazu ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen anpassen.

Brüssel will die Staaten aus Bankpleiten möglichst heraushalten

Das bedeutet, dass die Banken eventuelle Schwierigkeiten mithilfe der Einlagensicherungsfonds und ohne die Steuerzahler bewältigen müssen. Für Privatkunden hat die Senkung der Absicherung meist keine Auswirkungen, denn 100.000 Euro pro Person werden nach wie vor über die Einlagensicherung garantiert.

Geschäftskunden mit hohen Einlagen macht die seit 1. Januar geltende Bail-in-Regelung große Sorgen. Denn die beteiligt die Kunden und Sparer mit Bareinlagen über 100.000 Euro in einer Bankenkrise an den Verlusten. So kommt die Verbraucherzentrale Baden Württemberg zu der Erkenntnis: Anders als bisher können Kunden nur noch von einer wirksamen Einlagensicherung bis 100.000 Euro ausgehen. In der Vergangenheit garantierten einige deutsche Privatbanken zumindest temporär auch höhere Summen.

0951 208 77 11

Rufen Sie mich an oder klicken Sie auf meine Kontaktseite

Braun HonorarberatungaufGoogle+ Beraterkodex