Blog

Aktuelle Artikel von Reiner Braun.

« Deutsche verschenken: Aktien für die Altersvorsorge

Rezepte der Vergangenheit: Zinseszinsen ohne Wirkung

2. Mai 2016Der Effekt der Zinseszinsen generiert beim Investieren oder Sparen langfristige Wertsteigerungen mit überproportionalem Charakter. Das mutet beim aktuellen Zinstief jedoch wie ein Rezept aus der Vergangenheit an, weil es nur bei entsprechend hohen Zinsen funktioniert. Wer vom Zinseszinseffekt bei Niedrigzinsen profitieren möchte, muss in renditestarken Aktien anlegen.

Warum Zinseszinsen derzeit keine Wirkung entfalten

Eine Untersuchung der Bundesbank stellt fest, dass Sparer und Anleger zwar seit Jahren über Minizinsen klagen, aber ihr Verhalten nicht dementsprechend änderten. Sie favorisieren weiterhin vermeintlich sichere Bankeinlagen wie Fest- oder Tagesgeld. Das folgende Beispiel demonstriert, wie schwer die Vermögensbildung bei Niedrigzinsen ist, weil ein wichtiger Effekt ausbleibt:

- Wer 10.000 Euro bei einem Prozent anlegt, muss 70 Jahre auf eine Verdopplung warten.

- Die gleiche Summe verdoppelt sich bei vier Prozent bereits nach 18 Jahren.

Der Zinseszinseffekt ist für die Entwicklung verantwortlich, allerdings trägt er nur bei höheren Zinssätzen zur zeitnahen Verdopplung des Vermögens bei.

Überproportionale Renditen nur bei attraktiven Zinssätzen

Nachfolgend schauen wir uns den Effekt der Zinseszinsen bei unterschiedlichen Zinssätzen an. Wichtig ist zudem, dass die jährlichen Zinsgewinne stets der Ausgangssumme von 10.000 Euro zugeordnet und zu gleichen Konditionen angelegt werden.

- Bei 0.5 oder einem Prozent sind nach 20 Jahren nur geringe Zuwächse festzustellen.

- Auch bei zwei Prozent kommen letztendlich nur 14.000 Euro zusammen.

- Bei fünf Prozent werden aus der Summe nach zwei Jahrzehnten 25.000 Euro.

- Bei sieben Prozent vervierfacht sich die Ausgangssumme auf 40.000 Euro.

Ausschlaggebend ist bei höheren Zinsen die Exponentialfunktion der Zinseszinsen, welche insbesondere zum Ende der Sparperiode die volle Wirkung entfaltet. Da momentan allerdings nur Minizinsen erzielbar sind, müssen Sparer ihr Verhalten ändern.

Zweigleisig fahren oder länger sparen

Um auch bei historisch niedrigen Zinsen einen ähnlichen Effekt wie den der Zinseszinsen zu generieren, sollten Sparer einen Teil ihres Kapitals in Aktienindexfonds investieren und nur im Rahmen der gewünschten Liquidität aufs Sparen setzen. Der Grund: Festgeld wirft derzeit kaum zwei Prozent ab, während ein vorbildlich diversifizierter Indexfonds wie der MSCI-World in den letzten vier Jahrzehnten Jahresrenditen von 7.4 Prozent erwirtschaftet hat. Wer beim derzeitigen Zinsniveau auf Aktien verzichtet, muss wie oben dargestellt wesentlich länger auf seine Ziele hinsparen.

0951 208 77 11

Rufen Sie mich an oder klicken Sie auf meine Kontaktseite

Braun HonorarberatungaufGoogle+ Beraterkodex