Droht uns eine Pleitewelle bei Lebensversicherern?

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Im Fachausschuss des Bundesrats wird am 03.09.2020 ein Gesetz zum Umgang mit möglichen Pleiten bei Lebensversicherungsunternehmen beraten. Eine Woche dann später befasst sich der Bundesrat selbst damit.

Bereitet sich womöglich die Bundesregierung auf Mehrfachpleiten von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen vor?

 

Lebensversicherer haben in der Vergangenheit mit hohen Garantiezinsen kalkuliert. In Zeiten der "Null-Zins-Politik" der EZB diese auch weiter zu erwirtschaften, um damit die im Versicherungsvertrag versprochenen Garantiezinsen über Jahre und Jahrzehnte bereit zu stellen, ist nicht mehr möglich.

Die Zinsen schrumpfen aber die Kosten für Vertrieb und Verwaltung nicht im gleichen Maße. Einige Lebensversicherer haben die Ungleichgewichte im Unternehmen erkannt und zwischenzeitlich ihren gesamten Bestand von klassischen Lebens-/Rentenversicherungen an Run-Off Unternehmen verkauft. 

Das neue Gesetz sieht in den entscheidenden Passagen vor, hauptsächlich Regelungen zu den Sicherungsfonds für die Kranken- und Lebensversicherung einzuführen. Und ganz nebenbei sieht das Gesetz vor, dass den Versicherten die Leistungen flächendeckend gekürzt werden können.

Kindergeschichten enden meist mit einem Happy-End. Die Geschichte der Lebensversicherung wahrscheinlich nicht und für die Versicherten, die damit ihre Altersvorsorge aufgebaut haben, endet die Geschichte in einem Disaster.