Verunsicherung bei Sparern: Was ist mit meinem Riester-Vertrag?

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Derzeit fragen sich immer mehr verunsicherte Sparer, wie sie mit ihrem Riester-Vertrag verfahren sollen. Die einst von vielen gelobte Riester-Rente gilt mittlerweile als gescheitert. Für die Versicherten stellt der folgende Beitrag drei infrage kommende Szenarien für die Altersvorsorge vor.

16 Millionen Versicherte sorgen sich um ihre Riesterverträge

Die Riester-Rente wurde nach der letzten Rentenreform von 2001 eingeführt, sie sollte als private Zusatzrente mit staatlichen Zulagen die Kürzung des gesetzlichen Rentenniveaus von 70 auf 67 Prozent ausgleichen. Mittlerweile haben Experten, unter ihnen der bayrische Ministerpräsident Seehofer, die nach dem damaligen Arbeitsminister Riester benannte Rente als gescheitert erklärt. Millionen Menschen sind äußerst verunsichert und fragen sich: was wird aus meinem Riester-Vertrag? Drei Szenarien für die Altersvorsorge.

Beitragsfrei stellen und weiterlaufen lassen

Wer einen alten Riester-Vertrag besitzt und bei einer Überprüfung feststellt, dass er ebenso unflexibel wie teuer ist, muss handeln. Allerdings ist eine Beitragsfreistellung des Vertrags meist sinnvoller als die emotionale Kündigung. Damit bleiben zumindest die garantierten Einzahlungen inklusive staatlicher Zulagen beim Rentenbeginn erhalten. Zudem sind die Riesterverträge der Anfangszeit, also bis 2004, noch mit Garantiezinsen in Höhe von 3.25 Prozent versehen. Auch die zur Anwendung kommende Sterbetafel war seinerzeit freundlicher zu den Sparern.

Riesterverträge umbauen oder reparieren

Experten zufolge ist der Riester-Vertrag seitens des Konzepts grundsolide, Probleme bereiten vielmehr die Produkte, in welche die Gelder der Sparer fließen. Demnach werden die Zulagen oft von den Kosten aufgezehrt und bei einigen Vertragsvarianten übersteigen die geforderten Gebühren gar die staatlichen Zuschüsse. Sparer sollten ihre Riester-Policen von Experten auf mögliche Verbesserungen überprüfen lassen, denn in Zeiten niedriger Zinsen liegt der Gewinn auch in kostengünstigen Vertragskomponenten.

Rückabwicklung und vorzeitige Kündigung 

Die von Seehofer aufgegriffene Option der Rückabwicklung wirft juristische Probleme auf. Zudem können Sparer zwar ihren Riester-Vertrag vorzeitig kündigen und auszahlen lassen, in dem Fall verlangt der Gesetzgeber jedoch alle Zulagen und steuerliche Vergünstigungen zurück. Wenn dann auch noch der Anbieter seine Kosten von der Summe abzieht, kann der Vorgang zu einem Minusgeschäft für den Sparer werden. Unter allen drei Szenarien erscheint die Beitragsfreistellung als die geeignetste Möglichkeit, allerdings sollte dies bei jedem einzelnen Vertrag von Fachleuten festgestellt werden.